18.09.2026

Da Fahrzeuge auf Basis der klassischen PQ35-Plattform des Volkswagen-Konzerns (VAG) inzwischen ein Betriebsalter von 15 bis 20 Jahren erreicht haben, befinden sich ihre Fahrwerks- und Lenksysteme nun in einer Phase, in der umfangreiche Reparaturen oder der komplette Austausch von Baugruppen erforderlich werden.
Dieser Artikel bietet eine systematische Analyse der technischen Grundlagen und der häufigsten Ausfallursachen des elektromechanischen PQ35-Lenkgetriebes (EPS) sowie der Gründe, warum Werkstätten und Händler weltweit auf Lenkgetriebe von Borsehung setzen.
Das PQ35-Lenkgetriebe – also die Lenkgetriebebaugruppe innerhalb des elektrischen Servolenkungssystems (EPS) der PQ35-Plattform – ist das zentrale Stellglied, das die Lenkbewegung des Fahrzeugs ausführt.
Das elektrische Servolenkungssystem (EPS) nutzt einen Elektromotor, um das vom Fahrer am Lenkrad aufgebrachte Drehmoment zu verstärken. Dieses Drehmoment wird über ein mechanisches Getriebe in eine seitliche Bewegung der Zahnstange umgewandelt, die über die Spurstangen die Räder einschlägt.
Im Vergleich zur herkömmlichen hydraulischen Servolenkung (HPS) benötigt das EPS-System des PQ35 keine vom Motor angetriebene Hydraulikpumpe, was den Kraftstoffverbrauch effektiv senkt.
Darüber hinaus wird die Lenkunterstützung vom Steuergerät in Echtzeit auf Basis der Fahrzeuggeschwindigkeit berechnet. Dies sorgt für ein dynamisches Lenkgefühl: hohe Unterstützung und Leichtgängigkeit bei niedrigen Geschwindigkeiten sowie eine reduzierte, straffere Unterstützung für eine präzise Rückmeldung bei hohen Geschwindigkeiten.
Hinweis zum Anwendungsbereich: Fahrzeuge auf Basis der PQ35-Plattform können je nach Modelljahr und Motorisierung unterschiedliche Lenksysteme verwenden (z. B. EPS oder elektrohydraulische Servolenkung EHPS). Dieser Artikel bezieht sich ausschließlich auf Modelle mit voll-elektrischer Servolenkung (EPS). Bitte überprüfen Sie vor der Teileauswahl stets die Fahrgestellnummer (VIN) oder die OE-Teilenummer.
Das PQ35-EPS-Lenkgetriebe ist eine hochintegrierte Baugruppe, die im Wesentlichen aus folgenden Komponenten besteht:
Lenkritzel, Antriebsritzel, Zahnstange, Torsionsstab, Schneckengetriebe, Gehäuse, Dichtungen, Elektromotor, Steuergerät J500, Lenkmoment- und Lenkwinkelsensor, Kabelbaum, Faltenbälge (Staubschutzkappen), Spurstangen und Spurstangenköpfe sowie Druckstück/Niederhalter.
Mit zunehmender Laufleistung treten an Lenksystemen der PQ35-Plattform aufgrund von mechanischem Verschleiß, Alterung elektronischer Bauteile oder Undichtigkeiten häufig folgende Störungen auf:
Symptome: Die EPS-Warnleuchte im Kombiinstrument leuchtet auf (Gelb signalisiert meist eine eingeschränkte Funktion, Rot den vollständigen Ausfall der Lenkunterstützung); die Lenkung wird schwergängig; im Diagnosegerät sind fehlerbezogene Codes hinterlegt.
Ursachen: Alterung der internen Schaltkreise des Lenkmoment- oder Lenkwinkelsensors, Kontaktschäden am Kabelbaum oder interner Verschleiß führen zu Signalunterbrechungen.
Reparaturempfehlung: Da die Sensoren tief in die Baugruppe integriert sind, wird der Austausch des Lenkgetriebe-Gehäuses oder der kompletten Baugruppe empfohlen.
Symptome: Sporadischer oder dauerhafter Ausfall der Lenkunterstützung; das Diagnosegerät meldet Kommunikationsfehler mit dem Steuergerät J500 oder Motorüberlastung.
Ursachen: Alterung elektronischer Bauteile im Steuergerät J500, Kurzschlüsse oder Wassereintritt in die Motorwicklungen.
Reparaturempfehlung: Nach dem Austausch ist eine Online-Codierung/Anlernung erforderlich. Bei einem defekten Steuergerät muss in der Regel die gesamte Einheit ersetzt werden.
Symptome: Klapper- oder Knackgeräusche aus dem Fahrwerk bei niedrigen Geschwindigkeiten oder auf unebener Fahrbahn; ungleichmäßige Rückstellkräfte des Lenkrads oder spürbares Klemmen beim Lenken.
Ursachen: Verschleiß am Schneckengetriebe, übermäßiges Zahnflankenspiel zwischen Ritzel und Zahnstange oder nachlassende Vorspannung des Druckstücks.
Reparaturempfehlung: Mechanischer Verschleiß ist irreversibel. Das Nachstellen der Einstellschraube bietet meist nur vorübergehende Abhilfe. Ein Austausch der Baugruppe ist die nachhaltige Lösung.
Symptome: Erhöhtes Lenkradspiel bei hoher Geschwindigkeit, das Fahrzeug wirkt schwimmend oder spuruntreu.
Ursachen: Ausgeschlagene Spurstangenköpfe/Axialgelenke, gealterte Gummilagerungen oder verschlissene Führungsbuchsen der Zahnstange.
Reparaturempfehlung: Bei verschlissenen Gelenken können Spurstangen separat getauscht werden; liegt das Spiel in der internen Zahnstangenführung, muss das Lenkgetriebe getauscht werden.
In der Praxis des freien Ersatzteilmarkts (Aftermarket) konzentriert sich der Bedarf bei PQ35-EPS-Lenkgetrieben vorwiegend auf das Gehäuse (Teilmontage) oder die Komplettbaugruppe – und selten auf Einzelkomponenten.
Dies entspricht auch den Reparaturrichtlinien der Fahrzeughersteller (OEM): Bei internen Defekten hochintegrierter Lenkeinheiten ist der Komplettaustausch das Standardverfahren. Für Werkstätten und Fahrzeugbesitzer bedeutet das:
Geänderte Einkaufslogik: Der Fokus liegt auf passgenauen Komplettbaugruppen oder vollständig geprüften Austauschgehäusen statt auf dem mühsamen Einzelkauf von Sensoren oder Motoren.
Kalkulierbare Kosten: Für Besitzer 15–20 Jahre alter Fahrzeuge bietet der Austausch des gesamten Lenkgetriebes nach OE-Standards die wirtschaftlichste Lösung, da alle potenziellen Schwachstellen auf einmal beseitigt werden.
Als etablierter Spezialist für VAG-Ersatzteile bietet Borsehung Lenksystem-Lösungen in erstklassiger OE-Qualität:
Qualität auf OE-Niveau: Borsehung-Lenkgetriebe werden nach strengen Erstausrüster-Spezifikationen gefertigt und garantieren präzises Rückmeldeverhalten und hohe Langlebigkeit.
100 % Prüfstandstest: Jedes Borsehung-Lenkgetriebe durchläuft vor dem Versand eine 100-prozentige Prüfung von Drehmoment, Dichtigkeit sowie eine Funktionssimulation der Elektronik. Dies garantiert eine reibungslose Montage ohne ungewöhnliche Geräusche oder Fehlercodes.
Höchste Passgenauigkeit: Die Befestigungspunkte und Steckerverbindungen entsprechen exakt den Originalteilen der VAG-PQ35-Plattform. Das spart wertvolle Arbeitszeit in der Werkstatt.
Leuchtet die Lampe (gelb), das Lenkgefühl ist aber unverändert, können Sie mit reduzierter Geschwindigkeit vorsichtig die nächste Fachwerkstatt anfahren.
Ist die Lenkung extrem schwergängig oder fällt die Unterstützung komplett aus (rot), halten Sie umgehend sicher an. Weiterfahren birgt ein hohes Sicherheitsrisiko, da plötzliche Ausweichmanöver kaum möglich sind.
Durch den Demontage- und Montageprozess verändern sich die Geometriedaten der Spurstangen und Räder. Ohne eine professionelle 3D-Achsvermessung drohen Schräglauf des Lenkrads und erhöhter Reifenverschleiß. Zudem muss häufig der Lenkwinkelsensor (G85) neu kalibriert werden.
Da Motor, Steuergerät J500, Drehmomentsensor und Mechanik eine eng abgestimmte Einheit bilden, ist die Instandsetzung einzelner Komponenten im Inneren zeitintensiv und fehleranfällig. Der Kompletttausch gewährleistet maximale Zuverlässigkeit und Produkthaftung.
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